fbpx

Chris Wilpert: Surfen ist wie Freiheit und Frieden

Sonne, Strand und Meer – dazu braungebrannte Jungs und Mädels, sportlich, lebensfroh und glücklich, wie ein Fisch mit und vor allem IM Wasser. So stelle ich mir das Surfen und alles drum herum vor – Ihr Euch auch? Wer dazu Antworten geben und seine Erfahrung austauschen kann ist Chris, ein Weltenbummler und „Surfjunky“, der für das Surfen lebt. Seine Faszination fasst er ungefähr so zusammen:

Surfen ist hart aber herzlich
Surfen ist die Liebe zum Wasser
Surfen ist einfach geil!

Ich durfte den Weltenbummler Chris Wilpert im Rahmen der Outdoor-Bloggerkampagne auf lebedraussen! interviewen. Ich kann Euch sagen: Nach diesem Text bekam ich selbst große Lust darauf eine Welle zu reiten 🙂

Hallo Chris! Wer bist Du, was machst Du, wenn Du nicht surfst?

ChrisHallo Bianca, Hallo liebe Leser… Mein Name ist Chris (28, männlich, Single 😀 ) und ich bin Vollzeit Reiseblogger und SEO Berater. Ich war bereits für 15 Monate auf Weltreise und werde dieses Jahr auf meine zweite große Weltreise gehen. Dieses Mal viel länger, bzw. vielleicht für immer. In Deutschland bin ich leider etwas faul und gehe maximal ab und zu schwimmen, fahre mit meinem Rennrad oder spiele Volleyball. Auf Reisen bin ich gerne surfen, tauchen, klettern und vor allem wandern. In Deutschland packt mich immer die deutsche Mentalität des Arbeitens und auch als Selbständiger muss man gucken, dass man seine Brötchen verdient. Das ist gerade am Anfang schwer. Man wird mich vielleicht mal in Frankfurt sehen aber ich versuche auch ab und zu mal ein paar Städtetrips zu machen (Deutschland wird da völlig unterschätzt).

Wie bist Du zum Surfen gekommen?

Schon früher hat man ja das ein oder andere Mal Leute im Fernsehen surfen sehen. Ich war auch ein großer Fan von von O.C. California. Ich fand´s schon sehr cool. In meiner damaligen Naivität fand ich das Image als Surferboy einfach geil. Die Jungs sahen halt immer gut aus, waren beliebt und wurden von den Mädels angehimmelt (wahrscheinlich ein Komplex den ich mir als Schauspieler schon angeeignet habe). Als ich dann in Brasilien war, hatte ich schon mal Lust zu surfen, aber nicht unbedingt die Muße es zu lernen. In Peru (Mancora) hatte ich dann endlich ein bisschen Zeit und habe angefangen es zu lernen.

Was fasziniert Dich am Surfen?

Surfen ist so anders! Du warst noch nie surfen? Kannst du dir vorstellen, dass eine drei Meter hohe Welle kommt, du dich auf ein Brett stellst und sie dich für eine gefühlte Ewigkeit Richtung Strand schiebt? Ich finde die Vorstellung einfach geil! Mich faszinieren die Sportarten in den man die Kräfte von Mutternatur nutzt. Ganz zu schweigen von den Hammer-Rekorden beim Surfen, die man als Otto-Normal-Surfer nie versuchen würde oder sollte… Mein Traum ist es einmal in einen Channel ( auch “Tuberiding” oder “Pipeline Barrel” genannt, Video zur Veranschaulichung) zu surfen. Für mich als Fortgeschrittener Anfänger sind aber grüne Wellen (Das sind Wellen die du anpaddelst und erwischt kurz bevor sie anfängt zu brechen) der absolute Hit.

Surfen ist für mich aber noch viel mehr als eine normale Sportart. Surfen ist Freiheit! Wenn du da draußen auf dem offenen Meer sitzt, dann fühlst du dich frei! Du fühlst dich verbunden mit dem Wasser und alles wirkt so ruhig & friedlich. Auf dem Meer gibt es keinen Krieg, kein Hass oder dergleichen. Alle sind gleich! Das Leben scheint auf einmal so einfach… Noch spiritueller und romantischer ist es bei einer Surf-Session bei Sonnenauf- oder Untergang. Eine Welle zu surfen ist das Größte für mich – zumindest auf dem Wasser. Auch die Community und Szene der Surfer ist unglaublich cool. Viele haben eine tiefgründige Verbindung zum Wasser. Ich empfinde Menschen die surfen anders (sozialer, ausgeglichener, entspannter, leidenschaftlicher). Das gleiche gilt aber auch für Taucher oder Wanderer.

Kuta_Surfen_11

Wie fängt man am besten mit Surfen an / wie erlernt man es?

Also es bringt nicht viel drüber zu lesen oder ins Fitnesscenter zu gehen. Ideal ist es, wenn man sich ein bisschen Zeit fürs Surfen nimmt. Eine Woche finde ich für den Anfang ganz gut. Die Theorie kann man durchaus kurz halten. In zwei Stunden hat man die wichtigsten Sachen erklärt. Danach heißt es “Take-Off” (Der Prozess in dem man aufsteht) üben… Davon kann man am Anfang nicht genug machen… Immer und immer wieder. Wenn man draußen ist sollte man schon gar nicht mehr überlegen müssen wie man es macht. Wichtig ist wirklich, dass man den “Take Off” sauber lernt. Wer ihn sich erstmal falsch eingeprägt hat wird Probleme haben, sich das falsch Erlernte aus dem Kopf zu bekommen.

Am Anfang ist das Paddeln und Timing noch sehr wichtig. Wenn du nicht schnell genug wieder raus kommst, dann wirst du müde und lustlos… Das meiste ist halt einfach Technik. Das Paddeln ist zum Beispiel anders als Kraulen, obwohl man auch hier seine Hände wie eine Art Fragezeichen im Wasser bewegt. Ich kann nur empfehlen danach zu Fragen, weil ich kein passendes Erklärungsvideo dazu gefunden habe. Wenn man dann draußen ist muss man die Wellen beobachten und Geschick für gutes Timing beweisen. Das kann unter anderem sehr sehr lange dauern.

Man darf sich beim Surfen nicht aufgeben. Es ist ein Sport an dem man am Anfang sehr langsam den Fortschritt sieht. Es wird jeden an seine sportlichen Grenzen bringen. Ich war erst in Macora, New York (ja, man kann da wirklich surfen), Bali und Fuerteventura surfen. Erst in Fuerteventura hatte ich das Gefühl endlich einiges verstanden zu haben. Surfen ist ein harter Sport. Die Jungs und Mädels sehen wirklich nicht umsonst so gut aus *lach*. Ich hatte nach meinem ersten Surfen drei Tage lang Bauchmuskelkater und konnte die erste Nacht kaum schlafen… Also nicht aufgeben!

Chris mit Surfboard

Welches ist Dein Lieblingsbild und welche Geschichte verbirgt sich dahinter?

Es gibt nicht ganz so viele Bilder von mir auf dem Brett und wenn, dann albere ich eigentlich nur rum. Meine Lieblingsgeschichte ist gleichzeitig auch meine “Horror”-Geschichte. In Bali war ich mir meiner Surferskills zu sicher. Die Wellen sind teilweise sehr hoch und brechen manchmal ziemlich fies. Ich hatte ein neues Set an Wellen gesichtet und bin losgepaddelt. Die zweite oder dritte Welle die kam schien sehr groß zu sein (vielleicht 4-5 Meter), aber ich hatte kaum eine Wahl, da ich schon zu weit vorgepaddelt bin.

Es war die größte Welle vor der ich bisher mit meinem Surfbrett war. Ich bin quasi vor ihr erstarrt und hatte viel zu wenig Geschwindigkeit vom Paddeln (Ich war schon müde, hätte die Welle, aber so oder so nicht stehen können). Es kam was kommen musste, die Welle hat mich eiskalt mitgerissen, aber mit einer so einer gewaltigen Kraft, dass ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist…

Am Anfang wollte ich noch cool bleiben und versuchte einfach nur zu entspannen und zu meditieren (so nenne ich das zumindest, wenn ich Ruhe in mir finden will). Ich war aber sehr lange unter Wasser – zu lange und geriet in Panik. Das ist das schlimmste was man machen kann, aber ich kam von selbst einfach nicht mehr nach oben. Natürlich wusste ich, dass mein Board wohl schon wieder an der Wasseroberfläche ist, aber wenn man erstmal in Panik gerät, dann vergisst man so einiges… Letztendlich kam ich doch an die Wasseroberfläche und war total ausgepowert und verängstigt. Ich ging aus dem Wasser und war für ein paar Wochen nicht mehr Surfen.Chris Surfen

Ich habe gelernt die Wellen zu respektieren! Die Kraft des Wassers ist unglaublich, verdient meinen Respekt und gewinnt meine Leidenschaft.

Vielen herzlichen Dank für das Interview Chris und weiterhin viel Spaß und Erfolg auf Deiner Weltreise!

No Responses

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert