Wir haben nicht lange überlegt, ob wir und Karten für das BANFF Mountain Filmfestival World Tour 2015 kaufen sollten. Ich war bisher zwar noch nicht auf einem, aber aktionhaltive Outdoorfilme mit sattem Sound auf Großbildleinwand anzusehen, hatte seinen Reiz. So landeten wir am 31. März 2015 nach Kaiserslautern in Kammgarn, direkt in einem schnuckeligen Kino.
Was ist das Banff Mountain Film Festival?
Beitragsinhalt
Das Banff Mountain Film Festival ist ein internationales Outdoorfilm-Festival. Im kanadischen Banff werden dort einmal im Jahr die sogenannten „Outdoor-Oscars“ vergeben, wonach die besten Filme dann auf Welt-Tournee gehen.

Der Abend
Wir waren pünktlich zum Einlass gegen 19:30 Uhr da, versorgten uns mit (alkoholfreiem) Bier und schauten uns ein wenig um. Die Sponsoren wie Voude, DAV und Natual Geographic waren mit Banner und als Aussteller da und brachten neue Materialien und Infos für die Besucher mit. Um 20 Uhr ging es dann mit einer sehr netten Begrüßung los, die sich kurz hielt und anschließend die Bühne frei gab, für den ersten Film.

Welche Outdoor-Filme gab es zu sehen?
Sculpted in Time: The Wise Man (Portrait, USA 2014, 5 Minuten)
Begonnen hat der Abend mit dem Portrait des weisen Mannes Eddie Hunter. Es wird vermutet, dass er der älteste Skifahrer im ganzen Banff National Park ist. 88 Jahre ist er alt – so alt, wie die Anzahl der Tasten an einem Klavier, wie er uns erzählt. Stolz erzählt er von seiner Leidenschaft, dem Skifahren, und, dass auch seine Kinder und Enkelkinder bereits viel und gut Ski fahren. Es war ein schöner Film, der unter anderem zeigt, dass Skifahren noch bis ins hohe Alter ausgeübt werden kann. Erstaunlich war, dass er fast immer nur auf unberührten Skipisten fuhr. Ich muss da wohl auch mal hin 😉
DamNation (Umweltdokumentation, USA 2014, 52 Minuten)
Die genaue Reihenfolge weiß ich nicht mehr, denke aber, es ging weiter mit der Umweltdokumentation DamNation – zur Lage der Dämme in den USA. Ein eher ernster Film, der mir in der ersten Hälfte zwar informativ, aber eher langweilig vor kam. Nichts gegen die Wichtigkeit der Umwelt, aber das hatte ich in einem solchen Rahmen nicht erwartet und fand es nicht nur wegen der Länge anstrengend, sondern auch wegen der Untertitel – Köpfe vor mir erschwerten das Lesen (ohne ging nicht immer, schon allein wegen der ganzen Fachwörter) und zudem kann ich nur entweder lesen, oder Bilder schauen. Dann aber wendete sich der Film etwas und Aktivisten erzählten, was sie bei Nacht und Nebel Aktionen alles erlebt haben und wie wichtig ihre Arbeit für die Landschaft, die Tier- und Umwelt ist. Das war nicht nur oft ziemlich spaßig, sondern veranschaulichte am Ende ziemlich gut, wie Dämme die Landschaft ruinieren und den Fischbestand reduzieren. Auch wir als Outdoor-Liebhaber, profitieren sehr durch dieses Engagement.
14.c (Klettern, USA 2014, 9 Minuten)
Ein erstaunlicher Junge ist Kai Lightner und fast noch erstaunlicher ist seine Mutter. Jedenfalls haben die beiden einen Deal: Solange Kai gute Noten schreibt, darf er klettern gehen. Und er klettert – fragt nicht wie! Kai hat vor kurzem die Outdoor-Kletterei für sich entdeckt und seine Mutter begleitet ihn überall mit hin. Eine tolle Frau, ein toller Junge, von dem man in der Szene vermutlich noch einiges hören wird.
Danny MacAskill: The Ridge (Mountainbike, Schottland 2014, 7 Minuten)
Meine bessere Hälfte und ich kannten den Film zwar bereits, trotzdem war und ist er auch ein zweites Mal sehenswert. Der Trial-Biker Danny fährt mit seinem Mountainbike (das, wenn ich mich recht erinnere, rund 9.000 EUR gekostet hat), den berühmten Cuillin-Grad auf der Isle Of Skye entlang. Atemberaubende Bilder, sag ich Euch. Wirklich sehenswert!
Touch (Gleitschirmakrobatik, Frankreich, Griechenland 2014, 5 Minuten)
Das war ein Film nach unserem Geschmack: Er zeigt Acro-Pilot Jean-Baptiste Chandelier leichtfüßig eine Landstraße entlang schweben, Helis und Infinitis über verschneite Gipfel fliegen und „like a boss“ mit dem Fuß durch einen Swimmingpool in Griechenland streifen, um dann abzuheben und weiter zu soaren. Der Film hat richtig Spaß gemacht!
The Stonemasters (Klettern, USA 2014, 30 Minuten)
Dieser Film war mein absoluter Favorit an diesem Abend. Er erzählt die Geschichte von den Kletterern rund um Jim Bridwell, zu denen u. a. John Long, Lynn Hill, Ron Kauk und die Free-Solo-Legende John Bachar gehörten, im Yosemite Valley um die Siebzigerjahre. Sie prägten zu dieser Zeit das Klettern neu und setzten neue Maßstäbe für den Park und gleichzeitig für Sport. Und so, wie es sich aus der Zeit gehört, hatten die Stonemasters auch den Beinamen „Stoned Masters“ – vermutlich auch schon vor dem tragischen Flugzeugabsturz, nach dessen Fund die Presse schrieb: One Airplane down, thousand high. Der Trailer dazu:
Vasu Sojitra – Out on a limb (Skifahren mit Handicap, USA 2014, 7 Minuten)
Vasu Sojitra schafft Skifahren mit links – im wahrsten Sinne des Wortes. Im Alter von 9 Monaten musste man ihm das rechte Bein aufgrund einer Blutinfektion ambutieren, was ihn jedoch von nichts abhält. Ein Film, der zeigt, dass das wahre Handicap meist zwischen den Ohren liegt.
Fazit
Ihr merkt sicherlich, dass es einige Filme bereits auf YouTube gibt, einige nur als Trailer. Ich hätte mir nicht jeden Film auch im Kinoformat ansehen müssen, doch die meisten waren es in jedem Fall wert. Das Film Festival wird es noch bis zum April 2015 geben und ob auch Deine Stadt einen BANFF-Abend veranstaltet und wann, erfährst Du unter www.banffmountainfilm.de.
Wirst Du hingehen oder hast Du schon eine Vorführung in Deiner Stadt erlebt?