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Mit Rucksack und Zelt: alle Trekkingplätze in Deutschland

Trekking-Camps in Deutschland werden immer mehr. Für Aktivurlauber und Naturliebhaber sind sie eine Bereicherung, auch weil bald einige Feiertage kommen: Ostern. Pfingsten. Ferienzeiten. Und damit die Zeit der überteuerten Flüge und den Massenaufläufen. Menschen überall samt Kind und Kegel, die sich ins Getümmel stürzen und in vollen Städten teure Kaffees trinken. Feiertage sind für mich oft keine schöne Zeit und doch treibt es mich raus: raus in die Wärme und in die Natur. Aber bitte ohne Schlangestehen und zeitgleich ein Vermögen hinblättern. An Feiertagen fallen für mich Flüge daher erst mal weg und auch auf weite Autofahrten mit kilometerlangen Staus und hohen Spritpreisen verzichte ich gern. Dir geht´s ähnlich? Dann kann für Dich ein Trekkingurlaub ideale Entspannung sein, die dem Gefühl des Wildcampens sehr nahe kommen.

Wildcampen in Deutschland: Was ist erlaubt und was nicht?

„Dein Recht endet dort, wo das Recht eines anderen beginnt.“ In Deutschland ist das durch die enge Besiedelung meist schnell der Fall, weshalb der Gesetzgeber Regelungen einführte, die dies kontrollieren. Grundsätzlich gilt grob:

  1. Das einschlägige Gesetz entspricht meist dem Landes-Waldgesetzes des jeweiligen Bundeslandes. Was man dort nicht findet, wird durch das Bundes-Waldgesetz bestimmt. Wenn Du daher naturnah Campen möchtest, solltest Du die Regelungen zum Campen in der Wildnis der Region studieren, worin Du Dich bewegst.
  2. Beim Thema „Wildcampen“ ist außerdem zu beachten, dass unter Umständen weitere Regelungen zu einer Strafe führen können wie Hausfriedensbruch, Naturschutzgebiete, Sachbeschädigung usw.. Will man es einfach halten, dann ließe sich weitestgehend diese Regelung übernehmen: Auf öffentlichem Gebiet darf nur an speziell gekennzeichneten Orten gezeltet werden. Auf Privatgelände darf nur mit Einverständnis des Besitzers gecampt werden.
  3. Biwakieren – also das Übernachten in der Natur ohne Zelt und auch nur für eine Nacht, wird wiederum toleriert.
Trekking-Camp Schild

Ein Schild am Baum markiert den Trekkingplatz

Was sind Trekkingplätze?

Trekkingplätze schließen die Lücke zwischen dem Wunsch des naturnahen Campings und der Notwendigkeit Campingplätze benutzen zu müssen. Unter Trekking versteht man im Allgemeinen das Weit- und Fernwandern mit Rucksack und Zelt – Trekkingplätze dienen hierbei als Möglichkeit, nur mit Zelt im Wald oder auf einer Wiese zu kampieren. Da das Wildcampen in Deutschland verboten ist, bieten Destinationen und Regionen mehr und mehr sogenannte Trekkingplätze (oder auch: Naturlagerplätze) an, auf denen eine kleine Anzahl an Zelten, nach vorheriger Buchung und für eine Nacht, kampieren dürfen. Menschen mit einem großen Bedürfnis an Abgeschiedenheit in der Natur entscheiden sich bei der Wahl eines Trekkingplatzes bewusst dafür, keinerlei Komfort zu haben. Kein Imbisshäuschen oder Wirtshaus, keine Sanitäranlagen, ein Schwimmbad oder sonst was. Und das ist genau richtig so!

Einzig zur Sauberkeit und Sicherheit gibt es ein paar Dinge, die wir vor Ort vorfinden:

1. Die Bio-Toilette

Auf allen Trekkingplätzen gibt es eine einfache Kompost- oder Bio-Toilette, die von den TrekkerInnen auch genutzt werden sollte.

2. Eine Feuerstelle mit Sitzmöglichkeiten

Für ein kontrolliertes Feuer gibt es auf den Trekkingplätzen eine Feuerstelle. Holz hierfür muss gesammelt werden, doch ich habe auch schon erlebt, dass welches bereitgestellt wurde und genutzt werden durfte. Aus Sicherheitsgründen muss darauf geachtet werden, ob es an manchen Tagen ein Feuerverbot wegen Waldbrandgefahr gibt.

3. Der Zeltplatz

Den Zeltplatz kann man sich, wenn nichts anderes vorgegeben ist, selbst heraussuchen. Als Zelt gelten Zelte mit max. 2-3 Personen. Je nach Trekkingplatz dürfen mal zwei oder mal sechs Zelte gleichzeitig dort nächtigen – auf den entsprechenden Websiten gibt es nähere Infos.


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Feuerstelle am Trekkingplatz

Die Feuerstelle am Trekkingplatz

Trekking-Camps in Deutschland

Trekking im Frankenwald

Auch im Frankenwald lässt es sich unter dem Sternenhimmel schlafen: Jeder der drei Trekkingplätze hat Platz für mindestens vier Zelte (2-3 Personen), die zum Teil auf Holzplattformen oder auf Bodenflächen aufgestellt werden können. Bio-Toilette und Feuerstelle sind selbstverständlich auch vorhanden. Auf der Infoseite befindet sich eine Empfehlung für eine mehrtägige Trekkingtour.

Infos zu Trekking-Camps im Frankenwald

Trekking im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Seit März 2020 gibt es im Nationalpark Hunsrück-Hochwald drei Trekking-Camps, die in der Nähe der Nationalpark-Tore Wildenburg, Erbeskopf und Keltenpark liegen und natürlich gut versteckt in der Natur sind. Sie lassen sich mit Wanderwegen in Tagesetappen verbinden und werden durch die Wander-Servicestation am Bürgerhaus Muhl ergänzt, wo auch Zeltübernachtungen möglich sind. Wie immer gilt: Wasser und Verpflegung müssen selbst mitgebracht werden. Die Camps haben 2 Plattformen mit einem integrierten Tisch und einer Komposttoilette. Feuer machen ist verboten.
Infos zu den Trekking-Camps im Nationalpark Hunsrück-Hochwald
➤ Hinweis: Wegen Corona ist der Start bis auf Weiteres verschoben

Trekking auf dem Soonwaldsteig im Hunsrück (Naheland)

Der Soonwaldsteig ist nicht mal 90 km lang und eignet sich ideal als sehr naturnahe und intensive Auszeit. Du kannst die vorgeschlagenen sechs Etappen nach Gunst und Können anpassen, doch was ihn so besonders macht, sind vor allem seine Unterkunftsmöglichkeiten: Hier bieten Trekkingcamps am Steig seltene Gelegenheiten, mit Zelt und Schlafsack die Osterzeit ganz ohne viel Trubel zu verbringen. Übrigens: Nicht mehr lange und ich kann persönlich vom Steig und den Trekkingplätzen hier berichten!
Infos zum Soonwaldsteig mit den Trekkingcamps

Trekking in der Pfalz: Camps im Wald + Tourentipps

Dem Feiertagstrubel entfliehen und einfach in die Natur eintauchen? Das lässt sich auch im Pfälzer Wald (südliche Weinstraße, im Donnersberger und Lauterer Land) umsetzen. Auf speziellen Trekkingplätzen dürfen maximal 6 Zelte stehen, die nach einem Tag auch wieder abgebaut sein müssen. Dazu sind diese Plätze so miteinander verbunden, dass man individuell seine Wandertour zusammenstellen kann. Tourentipps für (verlängerte) Wochenenden und eine Woche Wanderurlaub gibt´s auf lebedraussen! nachzulesen:
Legales Wildcampen in Deutschland & Tourentipps

Trekking in der Eifel

Wer mit Rucksack und Zelt an Feiertagen wie an Ostern oder Pfingsten loszieht, hat gute Chancen, die Ruhe mitten in der Natur zu finden. Und wer diese Ruhe auch Nachts nicht missen und in der Natur sein möchte, für den gibt es auch in der Eifel Trekkingplätze. Erstmals in NRW ist dieses besondere Natur-Erleben im Naturpark Hohes Venn – Eifel möglich. Jeder Naturlagerplatz ist mit einer Komposttoilette ausgestattet und bietet auf einer komfortablen Zeltplattform Platz für bis zu zwei Zelte. Hier ist man für sich und auch auf sich allein gestellt. Herrlich, um abzuschalten!
➤ Infos zu den Trekking-Camps in der Eifel

Trekking im Sauerland

Ab April 2021 stehen 9 Trekkingcamps für mehrtägige Wanderungen auf den beiden Wandersteigen Diemelsteig und Uplandsteig zur Verfügung. Trekkingplätze in NRW und Hessen gibt es kaum – der Trekkingpark Sauerland führt euch durch die attraktivste Mittelgebirgsregion beider Bundesländer. Alle Standorte sind nur zu Fuß über die Qualitätswanderwege Diemelsteig und Uplandsteig erreichbar, man ist auf sich selbst gestellt, und auch die Verpflegung muss selbst mitgebracht werden. Du findest also all das, was richtiges Trekking ausmacht.

Infos zu den Trekking-Camps im Sauerland

Trekking im Schwarzwald

Zwischen Freudenstadt und Baden-Baden liegen verstreut neun Trekkingplätze, die Wanderern pure Natur und Abenteuer bieten. Auch hier gibt es nur eine handvoll Zeltstellplätze, eine kleine Feuerstelle und ein Toilettenhäuschen – mehr nicht. Seit der Saison 2020 gibt es erstmals auch im Naturpark Südschwarzwald drei Trekking-Camps. Die Tour stellt sich jeder selbst zusammen, doch wer nach Inspirationen sucht, findet auf der offiziellen Seite weitere Tipps:

Infos zu den Trekking-Camps im Schwarzwald

Trekking in Spessart (Bayern)

Drei Trekking-Camps bietet Trekkern die Möglichkeit, in Spessart sein Zelt mitten im Wald bzw. auf einer Lichtung aufzuschlagen. Vier Rundwanderwege können hier gegangen werden – und natürlich steht jedem frei, eigene Routen zu gestalten.

Infos, Buchung und Tourentipps zu den Trekkingplätzen in Spessart

Trekking im Steigerwald

Zehn Trekkingplätze samt Feuerstelle, Toilette und Lagerplatz bietet der Steigerwald. Dazu noch eine App, die jedem zu empfehlen ist – denn die Routen sind nicht beschildert. Von April bis Oktober lässt es sich hier für eine Nacht kampieren. Der Steigerwald liegt im bayerisch-fränkischen Teil des Südwestdeutschen Stufenlandes zwischen Würzburg bzw. Schweinfurt im Nordwesten und Nürnberg im Südosten.

➤ Weitere Infos erhälst Du unter https://www.trekkingerlebnis.de.

Trekking im Elbsandsteingebirge

Die Trekkingroute ermöglicht es den Besuchern in den Monaten April bis Oktober, mehrere Tage grenzüberschreitend und siedlungsfern durch die Wälder an der Grenze der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik zu wandern. Unterwegs ist es möglich, in Trekkinghütten und auf Biwakplätzen des Sachsenforst sowie bei touristischen Partnern zu übernachten. Auf der tschechischen Seite liegt ein öffentlicher Campingplatz direkt an der Route.

➤ Alle Infos findest Du unter: http://www.forststeig.sachsen.de

Zeltplatz im Wald

Herrlich einsam ist es hier

Trekking in Schleswig-Holstein

Rund 20 wilde Übernachtungsplätze gibt es auch in Schleswig-Holstein. In Kooperation mit Privatpersonen Plätze zum einmaligen „Schlafen unter Sternen“ lässt sich hier die Wildnis zu Fuß erkunden.

➤ Alle Plätze mit Infos erhältst Du hier: https://www.wildes-sh.de

Trekking im Odenwald

Der Naturpark Neckartal-Odenwald ist ein Wander-, Genuss- und Kulturparadies und lässt sich am besten zu Fuß entdecken. Die Trekkingcamps bieten dann die Möglichkeit, rund um die Uhr unter freiem Himmel zu sein. So kannst du die Natur, bei einer einzelnen Übernachtung, bei einem Wochenendausflug oder einer Mehrtagestour intensiv genießen.

➤ Alle Plätze mit Infos erhältst Du hier: https://www.trekking-odenwald.de

Was, wenn es keinen Trekkingplatz in der Nähe gibt?

Hier darf man nun ruhig etwas kreativer werden! Und fragen kostet nichts: Warum nicht auf seiner Route entsprechende Landbesitzer anfragen, ob man auf seiner Wiese kampieren darf? Auf der Suche nach Alternativen bin ich neulich auf eine interessante Idee gestoßen: Zelten auf Bauernhöfen. Manche bieten es sogar offiziell an, wie hier und hier, manche würde ich aber einfach anfragen.

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30 Kommentare
  1. 10. März 2018
    • 10. März 2018
      • 10. März 2018
        • 10. März 2018
  2. 10. März 2018
    • 10. März 2018
  3. 30. März 2018
    • 31. März 2018
  4. 2. April 2018
  5. 11. Oktober 2018
  6. 28. Dezember 2018
    • 29. Dezember 2018
  7. 2. Januar 2019
    • 2. Januar 2019
  8. 28. Januar 2019
    • 29. Januar 2019
  9. 10. Juni 2019
    • 17. August 2019
  10. 22. Juli 2019
    • 17. August 2019
  11. 11. August 2019
    • 17. August 2019
  12. 19. Januar 2020
    • 20. Januar 2020
  13. 14. Mai 2020
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