Das Wetter in Theley bei Tholey kann besser nicht sein: Die Sonne scheint bei unserer Ankunft am Wanderparkplatz über das Hofgut Imsbach. Wir, das sind meine Schwester und ich. Sie ist hier im Saarland für ein verlängertes Wochenende und da sie genauso bewegungswütig ist wie ich, nehmen wir uns die Tafeltour des Offiszierspfad Imsbach vor. Satte Natur in rund 13 Kilometern erwarten uns auf diesem Premiumwanderweg, der von Abwechslung und Schönheit einzigartig ist, so zumindest das Versprechen. Was uns dann wirklich widerfährt, ist wahrlich schwer zu überbieten.
Woher hat der Offizierspfad seinen Namen?
Beitragsinhalt
- Woher hat der Offizierspfad seinen Namen?
- Vorstellung der Tafeltour Offizierspfad Imsbach als Winterwanderung im SR Fernsehen (Ausstrahlung am 21. Februar 2017)
- Start der Wanderung
- Die ehemalige Grenze zwischen dem Saarland und dem Deutschen Reich
- Ein Teppich aus Moos
- Vorbei an Wasserbüffeln und der 300 Jahre alten Eiche
- Zig-Zag Pfad zum Hofgut Imsbach
- Wanderkarte des Premiumwanderweges
- Fazit
Eines der ältesten Kulturdenkmäler des Saarlandes, das Hofgut Imsbach, liegt eingerahmt von Wiesen, Weihern, sanften Hügeln und mitten im Naturpark Saar-Hunsrück. Seine Geschichte reicht bis in die Bronze- und Eiszeit zurück. Der Offizierspfad kam zu seinem Namen, als im 19 Jahrhundert Napoleon Bonaparte dem Reiteroffizier Colonel Lapointe dieses für seine ausgezeichneten Verdienste zum Geschenk machte und er es anschließend herrschaftlich umbaute. So entstand nebst einem kleinen Schlösschen ein wundervoller Landschaftspark aus zauberhaften Alleen, kleinen Teichen, weitläufige Koppeln und echte Wildnis.
Vorstellung der Tafeltour Offizierspfad Imsbach als Winterwanderung im SR Fernsehen (Ausstrahlung am 21. Februar 2017)
Start der Wanderung

Einstieg in die Tafeltour Offizierspfad Imsbach
Wir steigen in den Premiumwanderweg am Hofgut ein und finden dank sehr guter Beschilderung bestens den Weg in den Wald. Immer dem Mandelbach entlang begleitet uns die Sonne auf den weichen Wegen, die von kargen Bäumen und deren Laub verziert sind. Baumstämme mit leuchtend grünem Moos geben dieser Landschaft ansprechende Farbtupfer und verzaubern die Gegend im Besonderen. Ich liebe Moos, es wirkt so märchenhaft und macht jeden Wald irgendwie besonders.

Mit Moos verzierte Baumstämme
Die ehemalige Grenze zwischen dem Saarland und dem Deutschen Reich
Ganz besondere Momente empfinde ich auch, sobald die Sonne es am Ende eines Weges durch die Bäume schafft und diesen zu einer lichtdurchfluteten Allee werden lässt. Ein wenig mystisch wirkt es, auch weil uns hier ein Teil Geschichte begleitet: Denn hier verlief von 1919 bis 1935 die Grenze zwischen dem Saargebiet (S) und dem Deutschen Reich (R).


Grenzsteinmarkierung: Hier ist die saarländische Seite
Nach etwa einer dreiviertel Stunde auf Wald- und Feldwegen und guten 3 Kilometern, laufen wir einer Lichtung entgegen. Von hier aus blicken wir über das Schaumberger Land, das verträumt das Tal hinab fällt. Am Ende des Waldstücks gehen wir schließlich links stramm einen Pfad hoch und streifen dabei das Örtchen Selbach. Oben angekommen finden wir für unsere Pause eine Bank und einen Tisch. Nach knapp der Hälfte der Tour schnaufen wir ein wenig durch und lassen immer wieder den Blick auf diese unendlich schöne Weite blicken.

Ein herrlicher Ausblick während unserer kleinen Pause



Ausblick auf das Schaumberger Land

Ein Teppich aus Moos
Nach unserer kleinen Stärkung ziehen wir schnell weiter. Uns ist frisch geworden: trotz Sonnenschein ist eben dennoch Winter. Ich ziehe mir wieder meine Wollmütze und meine Handschuhe an und stapfe mit meiner Schwester durch den mit Laub tapezierten Waldweg – bis zu einer Stelle, die unwirklich erscheint: Als wäre eine imaginäre Grenze gezogen, endet der Laubwald und wir wandern auf einem Pfad, der sich um die Bäume und zwischen einem Moosteppich dahin schlängelt. Leicht verzaubert bleiben wir stehen und genießen diesen Augenblick. Ein kleines, verwunschenes Paradies.


Und plötzlich taucht dieser unwirkliche Moosteppich auf.
Vorbei an Wasserbüffeln und der 300 Jahre alten Eiche
Staunend verlassen wir den moosgrünen Pfad und treffen wieder auf weite Landschaft. Eine befestigte Straße führt uns weiter, vorbei an einer kleinen Herde Wasserbüffel und hin zur 300 Jahren alten Stiel-Eiche: Die „Napoleon-Eiche“ zählt zu den historischen Grenzbäumen, die zusammen mit Grenzsteinen zur Gebietsabgrenzung des Hofgutes Imsbach dienten. Ehrwürdig stehen wir vor diesem Bild von Baum und fragen uns, was er schon alles in seinem Leben „gesehen“ haben muss. In gewisser Weise bewundere ich diese Stärke, die diese Eiche trotz aller Widrigkeiten in all den Jahren, hat. Dennoch ist dieses Alter noch recht jung: die wohl älteste Eiche der Welt (natürlich streiten sich Experten darüber) soll sage und schreibe zwischen 1.400 und 2.000 Jahre alt sein.


Wasserbueffel in Theley beim Hofgut Imsbach

Die 300 Jahre alte „Napoleon-Eiche“
Glücklicherweise wärt der befestigte Weg nur kurz und unsere Füße erreichten bald wieder weichen Waldboden. Wie auf Wellen durchwandern wir den Wald, dessen Erde mal von Laub und mal mit seinen Wurzeln durchzogen ist. Wir werden langsam müde, unser Wasser wird knapp und wir linsen auf die Walderkarte. Theoretisch können wir von hier ab die Straße nehmen, die uns direkt zum Hofgut Imsbach führt und somit die Wanderung abkürzen. Theoretisch. Aber eigentlich ist dieser Tag viel zu schön, um schlapp zu machen! Es geht weiter und wir bereuen es nicht: So können wir noch die Johann-Adams-Mühle besuchen, eines der letzten Mühlenanwesen im Saarland.



Die Johann-Adams-Mühle bei Theley, eines der letzten Mühlenanwesen im Saarland.
Zig-Zag Pfad zum Hofgut Imsbach
Von der Mühle ab sind es nur noch wenige Minuten bis zum Startpunkt, doch zunächst werden wir im Zig-Zag den Bach entlang geschleust, dessen kleine Wasserfälle ein beruhigendes Plätschern von sich geben. Ich liebe dieses Geräusch und finde es mindestens genauso schön wie Meeresrauschen. Herrlich. Der Offizierspfad führt uns wieder ein Stückchen durch den Wald und offenbart an dessen Ende die Schönheit des Hofgutes gleich doppelt. Mit diesem Eindruck endet unsere Wanderung, die, wenngleich wir auch etwas müde sind, sehr kurzweilig gewesen ist.

Das Hofgut Imsbach vor dem Weiher des Mandelbachs

Wanderkarte des Premiumwanderweges
Fazit
Als mir dieser Premiumwanderweg empfohlen wurde, schreckte mich zunächst der Zusatz „Tafeltour“ etwas ab. Ich brauche auf Touren einfach kein schickes Essen und Verköstigung, meine Brote genieße ich dabei lieber alleine oder mit Menschen, die mich begleiten (oder ich sie 🙂 ) Doch der Offizierspfad hat mich wirklich sehr positiv überrascht. Hier lässt sich Natur und Einsamkeit wunderbar erleben, dazu sind die Wege abwechslungsreich und immer für eine Überraschung gut. Diesen Premiumwanderweg zu gehen, war ein echtes Geschenk an diesem Tag und ich bin davon überzeugt, dass er, gerade jetzt im Winter, einen ganz besonderen Charme versprüht. Für meine Schwester und mich wird dieser Tag und diese Tour für immer in wundervoller Erinnerung bleiben. ?