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Slowenien entdecken: Tagebuch Alpe-Adria-Trail

Es ist das erste Mal, dass ich Slowenien am Boden entdecke. Zuerst per Packraft (Du lasest es auf Facebook), und jetzt zu Fuß – genauer gesagt den Alpe-Adria-Trail. Aber nur die slowenischen Etappen. Dieses Tagebuch ist ein kleines Experiment: Tag für Tag erzähl ich mal, wohin es mich verschlagen hat. Unterwegs bin ich übrigens mit dem Zelt, übernachte aber auch spontan in festen Unterkünften, wenn mir danach ist. Der Plan ist nämlich, keinen Plan zu haben. Ich weiß heute nicht, wo und wann ich morgen sein werde und hoffe, dass mir das Leben viele unvergessliche Überraschungen bereit hält! Und ich würde mich unglaublich freuen, wenn Du mit mir diesen Weg virtuell mitgehen würdest.

1. Tagebucheintrag: nach Schlechtem kommt immer Gutes!

Um 5 Uhr klingelt der Wecker und reißt mich aus den tiefsten Träumen. Aufstehen! Duschen! Zelt abbauen! Schreit er mir zeitgleich entgegen. Um 7:30 Uhr geht der Bus von Bovac nach Kransjka Gora, von wo aus ich den Alpe-Adria-Trail starten möchte. Und, wie immer morgens, klüngle ich, auch weil ich die noch nassen Sachen irgendwie gut von den trockenen trennen muss. Und Essen muss ich da lassen, was mir in der Seele brennt – doch es ist zu schwer. Überhaupt ist der Rucksack noch ein Thema später…

Ist klar, dass das passiert: um wenige Minuten verpasse ich den Bus und habe spontan zwei Stunden frei bekommen. Da Frühstück und Kaffee ausfielen, wird das nun nachgeholt. Ordentlich. Irgend eine warme Brötchen-Käse-Masse habe ich mir gekauft und geradewegs verschlungen. Die Apfeltasche wird verstaut. Ich warte. Der Bus kommt. Und los geht´s nach Kransjka Gora!

Wir haben heute den 20. August und Slowenien scheint 10x mehr Touristen zu haben als Einwohner. Entsprechend voll sind die Straßen, die den Busfahrer, und somit uns Passagiere, aufhalten. Um halb zwölf sind wir endlich da und mir ist klar: zu spät für die komplette Etappe. Immerhin auf rund 1520 ist der höchste Punkt und 22(?) km hat sie – egal. Der Plan ist, keinen Plan zu haben und so laufe ich geradewegs los.

Die ersten drei oder vier Kilometer liegen herrlich an der Pišnica, einem smaragdgrünen (nur noch) Bach, der diesen Sommer fast kein Wasser hat. Schon von hier unten aus ist das Panorama auf die Felsen gigantisch, der Nationalpark Triglav begrüßt mich extrem freundlich. Alleine bin ich leider nicht wirklich, andererseits wäge ich mich ein wenig auch in Sicherheit, falls doch mal was passiert…

Nach einem Trinkwasserbrunnen und einem sehr netten Schnack mit einer slowenischen Familie, geht es links hoch – und nicht mehr ab. Sieben Kilometer (oder weniger?) wandere ich durch teils sehr schwieriges Gelände, Schotter und verwurzelter Waldboden und immer nur bergan. Viel sehen kann ich hier nicht, auch der Wald ist nicht sooo atemberaubend, doch ich möchte weiter, wenigstens bis zum Gipfel.

Es ist 16 Uhr und ich halte bereits Ausschau nach einem geeigneten Zeltplatz. Ja, Wildcampen ist nicht erlaubt, doch was tun, wenn sonst nichts da ist? Ok. Bus oder per Anhalter zum nächste Ort wären noch eine Option. Also keine Panik und weiter geht´s!

Und ja wirklich: es ist geschafft! Gerade mal knapp 10 km habe ich heute auf den Tacho bekommen, doch mit Gepäck und den Höhenmetern will ich mir trotzdem auf die Schulter klopfen ?

Und wie es der Zufall so will: Hier oben beim Robičje habe ich eine wunderbare Oase gefunden: Eine Holzhütte mit warmen Essen, kalten Getränken, einer heißen Dusche und einem kleinen Zimmer. Alles da und das mit einer Aussicht direkt auf eine gigantisch schöne Felswand – die ein Gesicht hat. Ja wirklich! Und vielleicht sieht es ja auf mich herab und spricht: Bianca, das Leben hält immer auch gute Dinge für dich bereit.


Zum nächsten Tagebucheintrag: Slowenien Tag 2 – das Leben braucht mal Pause

8 Kommentare
  1. 21. August 2018
  2. 31. August 2018
    • 3. September 2018
  3. 21. Oktober 2020

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