An diesen Tagen weiß man bald wirklich nicht, wie man sich kleiden soll. Regen, Sonne, Regen, Sonne – gute Kleidung ist dann schlecht, wenn man sie nicht an hat.
Es ist 8:30 Uhr – der erste Regenguss des noch jungen Tages ist vorbeigezogen und mein Kater schüttelt die Nässe von sich. Ich gehe zur Garderobe, ziehe mir die Regenhose drüber (Hehe! ICH werde NICHT nass! HEHE!), drücke meine Füße in die wasserdichten Wanderstiefel (HEHE!) und ziehe mir die absolut wasserdichte Reitjacke mit Kapuze über meinen Pulli… (HEHEEE!). Frau Michelin ist nichts dagegen, sag ich euch. Etwas eingeengt drück ich mich ins Auto und fahre zur Reitstunde. Bereits letzte Woche wurde eine Doppelstunde angekündigt, an der wir ausreiten wollten und da gilt es ja, entsprechend angezogen zu sein. Einen Fashion-Award hätte ich damit nicht gewonnen, doch zum Glück ist der Dress dem Pferd so ziemlich wurschd, wenn es nur entsprechende Taschen für Leckerlies gibt.
Wir machten die Pferde fertig und ritten in der kleinen Gruppe gemütlich los. Alles wirkte normal, hier und da bückste mal ein Pferd ins Feld aus und steckte Nase ins Gras, während der Reiter zu unserer Belustigung wütende Geräusche machte (NEIN! AAAARRRGGG! DUUUUU!! AAAAHHH!!) und dabei zappelnd am Zügel zog – alles eeeeaaassyyyy also, und es war auch jeder mal dran mit Zappeln. Dran war auch die Sonne: und wie! Altaaa, die gab gut Gummi und mir wurde unter meiner Plastikhaut schon ganz schwitzig. Aber HEHE – ich lache zuletzt, wenn es dann doch bald regnet – SO! Es regnete nicht.

Bobby voller Vorfreude auf den kleinen Ausritt
11:16 Uhr. Die Stunde war vorbei und nach einem kurzen Kaffee, fuhr ich zum 2 km entfernte Hof zu Bobby. Also eigentlich Bobby, Penny, Mara, Virginha und Piccolo. Fünf Pferde, viel Dreck – zumal sie bei Regen lieber alle auf dem Paddock stehen als ihre Äpfel auf der Weide zu verteilen. Tja, also erst mal misten. Es wurde nicht besser mit meiner atmungsinaktiven Hülle, sodass ich ein Danke an den Sonnengott ausstieß und mich ihr entledigte. YEAH! Jetzt verstehe ich auch, wie sich das anfühlt, wenn die Haut atmet. Ich sag´s Euch!
Nach der Arbeit, kam das Vergnügen: Die Pferde wurden geputzt (und geputzt und geputzt und geputzt – scheiß Dreck) und gesattelt. Lange sollte der Ritt nicht werden, denn meine Reitbegleitung hatte ihren Hund dabei, den wir als Reitbegleithund „ausbilden“. Also nur ein kurzes Stück, aber egal. Wir führten die Pferde bis zur Gabelung und… es plätscherte. Ich entschied trotzdem aufzusitzen, das ist nur ein kurzer Guss. War es auch. Die Sonne trocknete das bisschen Wasser schnell und so schlurften Bobby und ich am Wogbach entlang. Bis Neptun auf halber Strecke dachte: So: werdet nass! HEHEEEEEEEE!
Und die Moral aus der Geschicht´: Im Haus, da schützt Dich gute Kleidung nicht!