Die vielfältigen Eindrücke auf dem Georgi Panoramaweg entzücken uns: Frostteppiche über den Lichtungen, warm-glitzerndes Waldlicht und verwunschene Eisblumen zieren den Premiumwanderweg hier im Saarland. Die Traumschleife bei Weiskirchen ist meine erste Wanderung von zwei an diesen winterlichen Tagen so kurz vor Silvester. Ein kleiner Wanderurlaub im Saarland, meiner Wahlheimat. So stehe ich nun in Mitlosheim an der Rittscheidhütte und blinzle durch die Windschutzscheibe in die Morgensonne, die zart gegen die klirrende Kälte ankämpft. Ein Auto kommt und dann ein zweites: es sind Katrin und Cora aka Green Shaped Heart, meine beiden Begleiterinnen auf der heutigen Wanderung.
[UPDATE] Video zur Wanderung im Frühling 2017
Wenn Ihr schon immer mal wissen wolltet, wie so eine Wanderdokumentation entscheht, empfehle ich Euch das passende Making-Of dazu.
Start in Mitlosheit an der Rittscheidthütte
Beitragsinhalt
Jede von uns verstaut das Wichtigste in den Wanderrucksack und dann geht es auch schon los. Doch halt: wie rum sollen wir eigentlich laufen? Etwas ratlos stehen wir vor den Wegschildern, die in die eine und in die andere Richtung zeigen. Schnell Outdoor-Active geöffnet und sich für die Tour gegen den Uhrzeigersinn entschieden. Zunächst führt uns der Weg vorbei an einer Sumpflandschaft, die glitzernd vom Frost der dort auf jeder lebenden Pflanze liegt und ihren Zauber verströmt. Wir werden durch den Wald geleitet, vor uns die tiefe Winter-Morgensonne, die uns lange mit ihrer warmen Farbe begleiten wird.


Lichtdurchflutete Waldwege
Die Beschilderung ist wie immer sehr vorbildlich auf dem Saar-Hunsrück Wanderweg. Nie brauchen wir auch nur ansatzweise auf´s Handy zu schauen, um den Weg auszukundschaften. Jene Beschilderungen führen uns nun ein gutes Stück steil den Waldpfad hoch, den wir dank guter Kondition zügig meistern. Auf dem Bergrücken erwarten uns wieder unzählige Bäume, die verspielt ihre Schatten auf uns werfen. Wir machen eine kurze Pause, denn dank des Aufstiegs können wir eine Schicht an Kleidung schon mal ablegen – trotz der Minusgrade.


Ich liebe diese Waldwege im Allgemeinen ja sehr. Sie sind nie gleich und immer vielseitig in ihrer Ausstrahlung: mal mystisch, mal warm, mal schützend und manchmal auch richtig märchenhaft. So ist es auch heute auf dieser Wanderung und ich kann mich kaum satt sehen an der Natur. Und wir haben Glück: wären wir nicht schon so früh losgelaufen, hätten wir das Zusammenspiel vom Frost im Schatten und dem Grasgrün in der Sonne nicht mitbekommen. Je weiter die Sonne steigt und so die Schatten verdrängt, desto mehr malt die Natur sattes Grün in die Landschaft. Künstlerisch!

Power-Rast mit Enttäuschung
Bei der Hälfte der Strecke gelüstet es uns dann plötzlich nach Süßem und Zwiebelkuchen als wir das Schild des School Kättchen Café sehen. Oha, nichts wie hin! Es sind nur rund 500 Meter Umweg, die uns zum Teil entlang einer befahrenen Straße führt. Doch leider… Wir haben wirklich Pech: Das Café ist geschlossen – Urlaub zwischen den Feiertagen. So ein Mist. Aber wir lassen die Köpfe nicht lange hängen, wandern den Weg wieder zurück und gehen ihn noch ein Stückchen weiter. Auf einmal hören wir Hufgetrappel: Ein weißer Isländer samt Reiterin kommt uns entgegen getöltet. Ein schönes Tier. Vorbei wollen sie nicht, denn als sie uns sehen, machen sie kehrt und präsentieren ein paar Seitwärtsgänge, bis sie hinter der Kurve wieder verschwinden.

Dies ist natürlich KEIN weißer Isländer 😉
Es wird endlich Zeit für eine Pause, das Wandern fördert den Appetit ungemein und wenn ich nicht aufpasse, verdaut sich mein Magen gleich selbst. In Weierweiler ist eine Bank in der Sonne der willkommene Platz für das Päuschen: Äpfel, Brote und Nüsse werden ausgepackt und genüsslich gegessen. Herrlich! Vermutlich hätten wir noch Stunden auf der Bank verbringen können, wenn Katrin nicht noch am heutigen Tag zurück nach Freiburg hätte fahren wollen.
Lesetipp | Cora von Green Shaped Heart hat die Tour ebenso verbloggt: Winterwandern im Saarland: Traumschleife Georgi-Panoramaweg
Panorama ohne Ende
Dieser zweite Teil der Wanderung gefällt mir von Schritt zu Schritt immer besser. Ein zugefrorener Weiher bietet Möglichkeit für eine kleine Fotosession. Wann sonst sieht man Enten AUF dem Wasser stehen als im Winter?

Ducks on the rocks
Mein persönliches Highlight sind daraufhin die vielen kleinen Holzbrücken und -wege, die uns sicher über etliche Bäche oder unbetretbares Gelände führen. Entlang einiger Weiden verlaufen sie, dessen Bewohner gerade wohl im warmen Stall anzutreffen sind – hier sehen wir derzeit jedenfalls kein Exemplar. Und dann entfaltet der Panoramaweg sein ganzes Repertoire: satte, grüne Wiesen und sanfte Hügeln so weit das Auge reicht! Man kann den Winter bei diesem Anblick nur noch an den kahlen Bäumen erkennen, die zum Teil einsam in der Landschaft wurzeln und dadurch ein besonderes Ambiente versprühen. Auf einer grünen Anhöhe blicken wir kilometerweit, begünstigt durch die klare, kühle Luft. Wundervoll!

Auf Wiesenpfaden flanieren wir gemütlich weiter, während über uns die Sonne steht und uns mit Energie regelrecht auftankt. Ein paar Kilometer weiter und vielen Vitamin D Dosen mehr, erreichen wir wieder einen Eingang in den Wald.
Ob hier Feen wohnen?
Märchenhaft blinzelt die Sonne durch die Nadeln der immergrünen Bäume, während neben des Wegs ein breiter Bach uns musikalisch mit seinem Plätschern begleitet. Fast schon frühlingshaft kommen auch Singvögel zu Wort und es entwickelt sich zu einem jener Momente, in denen ich mit geschlossenen Augen innehalten und mich den Geräuschen einfach nur hingeben mag. Und ja, ich tu´s dann auch. Und genieße. Naturtankstelle <3

Viel zu schnell vergeht die Zeit. Viel zu schnell erkennen wir den Weg, woher wir kamen. Schweigend erreichen wir die Hütte und danken insgeheim, so früh losgegangen zu sein. Einige Wanderer und Spaziergänger sind mittlerweile aufgebrochen und vertreiben die Ruhe, die uns der Wanderweg über viele Stunden schenkte. Das Glitzern aus dem Sumpf ist verschwunden, wie ein Zauber, der nun verflogen ist. Der Hunger hat uns wieder, und so beschließen wir, diese gelungene Wanderung mit einer ordentlichen Mahlzeit im Brauhaus abzurunden. Für mich ist dies meine erste Wanderung von zwei in der Region Weiskirchen. Hier werde ich die Nacht über bleiben und mich morgen ins nächste Abenteuer wagen: Dann wird die Traumschleife Wildnis-Trail erkundet, eine schwere Tour von über 20 km. Auch diesmal werde ich nicht alleine laufen – wer genau dabei sein wird, erfahrt Ihr dann im nächsten Bericht.
Offenlegung: Ich danke der Tourismuszentrale Saarland für die Einladung nach Weiskirchen. Selbstverständlich bleibt meine Meinung zu den Wanderwegen davon unbeeindruckt – schließlich lebt lebedraussen! von authentischen Berichten.