Mir reicht es. Wirklich. Als ich vor über 13 Jahren mit dem Bloggen anfing (das war noch weit vor lebedraussen!), wollte ich inspirieren und mich vernetzen – diese Einstellung ist mir bis heute geblieben. Es fühlt sich für mich so richtig an. Die Jahre gingen seitdem ins Land. Die Motivation, sich im Blog und auf den sozialen Kanälen mitzuteilen, hat sich verändert: Viele fangen heute mit dem Bloggen an, um Geld zu machen. Dies ist eine Richtung, in der ich für mich und mit lebedraussen! nicht mehr bereit bin zu gehen.
Vorneweg: Ich erkenne die Arbeit an einem Blog als Geschäftsmodell an und verurteile dies nicht. Es ist gut und richtig, für sich und seinen Blog selbst zu entscheiden, welcher Weg der richtige ist.

Viele, die mich kennen, wissen, dass ich schon immer ein großes Herz für Mensch, Tier und Umwelt hatte und immer schon gerne dort geholfen habe, wo ich helfen konnte. Sei es mit Freiwilligenarbeiten auf einem Hof, über PR-Aktionen wie den Adventspodcast, weil ich kranke Katzen aus dem Tierheim aufnehme oder durch viele CSR-Aktionen, die ich über und mit meinem Arbeitgeber machen darf. Und was ich von allen Seiten leider auch mitbekomme: Seit die Corona-Pandemie uns weltweit im Griff hält, fallen bei allen NGOs Spendengelder weg. Klar: Wer um seine Existenz bangt, spendet weniger oder nichts – weil es einfach nicht geht.
Doch ich bange nicht (mehr) um meine Existenz. Dank eines echten Glückfalls bin ich seit 1,5 Jahren zurück in meiner alten Branche und habe dem Tourismus für immer den Rücken gekehrt. Mir geht es gut. Verdammt gut sogar. So gut, dass ich mich frage, ob ich mich dafür schämen könnte. Warum?
Ich arbeite nicht in einem Beruf, der der Gesellschaft irgendwas bringt und verdiene trotzdem sehr viel mehr als jemand, der das tut. Was zur Hölle stimmt in diesem System eigentlich nicht?!
Und während sich der eine Teil der Gesellschaft um hilfsbedürftige Menschen, Tiere und dem Klima kümmert und/oder in den WIRKLICH WICHTIGEN Berufen arbeitet, erschließt sich mir mein Sinn im Tun immer weniger. Wer „braucht“ denn eigentlich eine:n Kommunikationsexpert:in?
Natürlich ließe sich sagen: „Dann mach doch etwas anderes.“ Doch auch das möchte ich nicht, denn ich liebe meine Aufgaben, bin auch gut darin und ja: ich möchte auch nie wieder Existenzängste haben. Die sind echt für den A… Ein Fehler im System!
Doch nun habe ich mich lang genug mit der Frage geplagt und mir gesagt:
Ich hab einen Blog, ein paar Leser:innen und verdiene auch mal den ein oder anderen Euro. Wenn ich also nicht am Hungertuch nage und liebe was ich beruflich mache, möchte ich mein Wissen und mein Netzwerk sinnvoll einsetzen.
Aus diesem Gedanken ist die Idee geboren, 100 % meiner Nettoeinnahmen von Affiliatelinks, Advertorials, Reiseeinladungen und VG Wort zu spenden. Testweise in diesem Jahr und weitere, wenn es sich bewährt hat. Das Geld ist bei den NGOs einfach besser aufgehoben. PUNKT.
Um wie viel Geld geht es?
Es sind keine Unsummen. Ich rede von ein paar hundert Euro im Jahr – ich müsste schätzen, da ich das nicht aufliste. Seit ich mich weniger mit lebedraussen beschäftigt habe, sind die natürlich weniger geworden. Auch wenn das Thema Wandern und Trekking aktueller denn je ist – aber andere Blogger:innen schlafen nicht. Doch nun kommt noch eins dazu: Seit ich diese Entscheidung fest für mich traf, kommt wieder die Lust aufs Bloggen – es ergibt für mich endlich wieder Sinn. Ich weiß nun, dass ich helfe, wenn ich diesen Beitrag schreibe. Und Fotos mache. Und Videos drehe. Das alles fühlt sich verdammt gut an.
Ich werde mir noch überlegen müssen, wie ich das alles ausgestalte. Ich kann mir vorstellen, meine Einnahmen auf einer Seite transparent aufzuführen und aktuell zu halten. Auch Kooperationspartner könnten dort gelistet sein, wenn sie es möchten. Und ich könnte auch von denjenigen berichten, an die das Geld ging.
Apropos: Eigene Reiseinvestitionen werden hier nicht einberechnet. Wenn ich Urlaub mache, geht das nicht zu Lasten der Spende – auch nicht, wenn ich darüber schreibe!
An welche NGOs wird gespendet?
Ich möchte mir die Antwort hierauf noch offen halten, habe aber meine Präferenzen. Noch weiß ich nicht, ob es nur „die eine“ Organisation sein wird oder mehrere. Ich fände konkrete Wohltätigkeitsprojekte sinnvoll, die mit Natur und Tierschutz zu tun haben. Oder solchen, die Menschen und Familien helfen ihre schwierige Lebenssituation besser zu bewältigen. Gerade auch, wenn wir von Corona sprechen. Vorschläge nehme ich auch gerne entgegen.
Das musste jetzt erst mal raus. Die Tage werde ich den Plan weiter konkretisieren und auch schon Eure Ideen zu den NGOs einflechten, sollten welche eingetroffen sein. Oder wenn Ihr Fragen habt, Antworten geben. Schreibt mir dazu einfach in die Kommentare oder schickt mir eine Mail.
Macht es gut und bleibt gesund!
Eure

Liebe Bianca,
das ist eine schöne Entscheidung, die du für dich getroffen hast. Dein Eintrag macht mich nachdenklich. Ich frage mich wie du, ob mit unserem System etwas nicht stimmt. Manchmal denke ich, dass inhärent sinnhafte Jobs (z.B. Krankenpfleger) gerade deshalb nicht so gut bezahlt werden, weil sie eben als sinnhaft erlebt werden. Das Gehalt ist dann sozusagen die „Entschädigung“ für die fehlende Sinnhaftigkeit …
Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Freude und Erfolg mit deinem Blog – auf dass ganz viele Spenden zusammenkommen!
Liebe Grüße
Jana
Hallo liebe Jana,
danke für deine Worte, exakt das denke und fühle ich ebenso. Schon verrückt dieses System: Je weniger Mehrwert die Arbeit für die Gesellschaft hat, desto mehr wird der/die Einzelne belohnt. Ob es anders wäre, würde es das Geld nicht geben? Für mich ist es Segen und Fluch zugleich.
Liebe Grüße
Bianca
Hallo ich bin neu hier.Der Blog gefällt mir!
Grüße
Angelika
Hallo,
lese deinen Beitrag erst jetzt und ich muss sagen, dass meine Motivation (was das Bloggen angeht) auch etwas nachgelassen hast.
Insgesamt geht die Individualität verloren und irgendwie liest sich alles gleich (Suchmaschinen-Optimiert?). Ich habe es auch mal zeitweise versucht mit Affiliate Links zu arbeiten oder dergleichen – macht aber keinen Sinn. Bei irgendwelchen Kooperationen hat man eher den Eindruck man soll seine Seele verkaufen.
Ich bin jemand wie du der sich jahrelang im Internet aufgehalten hat und sich damit auch beschäftigt hat, aber inzwischen sind meine Aktivitäten auch stark zurück gegangen. Mir macht es keinen Spaß mehr zwischen diesen ganzen Influenzern und was weiß ich nicht alles. Mir fehlt im netz die Individualität und leider gerät das klassische Bloggen immer mehr ins Hintertreffen.
Ich finde natürlich nicht alle schlecht, aber ich bin eher gelangweilt und nutze meine Zeit anders. vielleicht wird man aber auch nur etwas älter und hat andere Prioritäten.
Gruß