fbpx

Wenn es nicht happy ist, dann ist es nicht das Ende

Es ist ruhig geworden auf lebedraussen!. Möglich, dass Dir das auffiel. Möglich auch, dass nicht. Seit März gab es nur mal auf Facebook und Twitter kleinere Posts, auch Wanderdokus im SR. Zu mehr fehlte mir die Kraft, denn manchmal ist das Leben hart und manchmal noch ein bisschen härter.

Ich ahnte Silvester 2019 schon, dass es ein Jahr des Umschwungs werden könnte: ich war guter Dinge was die neue Stelle angeht, um meine Leidenschaft zum Beruf zu machen – und behielt recht: Im Januar kam die ersehnte Zusage. Als ich im März spontan den Malerweg ging (von dem es bislang nur von der ersten und zweiten Etappe einen Bericht gibt), ahnte ich allerdings nicht, dass dies mein letzter richtiger Urlaub wird in diesem Jahr. So Vieles ist seit April in meinem Leben passiert.

Erster April 2019: Mein erster Arbeitstag als Produktmanager für individuelle Wanderreisen bei AbenteuerWege bricht an. In den kommenden Tagen und Wochen lerne ich das Team und meine Aufgaben kennen. Über das Jahr verteilt bin ich gleich 2x im Sauerland und auf dem Rothaarsteig, besuche den Mutterkonzern in Glasgow (Schottland), fliege geschäftlich nach Slowenien, erwandere als Pathfinder Graubünden (Schweiz) und erarbeite einige Wanderrouten im Harz, rund um den Harzer-Hexen-Stieg. Ich bin sehr dankbar über diese Zeit und Reisen, das kannst Du Dir sicher denken. Dennoch wurden all die schönen Monate von einer Sache überschattet, die ich lange nicht akzeptieren konnte.

Mitte April bis Ende Mai: So eine Trennung, gerade auch nach über einem Jahrzehnt, ist eine Sache, die das Leben etwas härter werden lässt. Zumindest meins. Nachdem ich zwei Wochen im neuen Job war haben wir uns ausgesprochen – und Konsequenzen gezogen. Ich zog aus, verbrauchte einiges von meinem Ersparten und richtete mich in der neuen Wohnung und meinem – nun auch privaten – Leben, neu ein.

Juni: Ich komme neben all den Reisen und Emotionen zeitweise zur Ruhe und esse nach einer Wanderung eine Kleinigkeit auf meiner Terrasse. Plötzlich rief jemand: „Frau Gade! Aus Ihrer Küche läuft Wasser in den Keller!“ Ich drehe mich um und sehe meinen Nachbarn aus demselbigen kommen, stehe wie von der Tarantel gestochen auf und inspiziere das Waschbeckenschränkchen, meiner krachneuen Küche. Und tatsächlich: Tröpfchenweise, aber wohl schon seit einigen Wochen, tropft unbemerkt Wasser aus dem Schlauch und die Wand hinab bis in den Keller meiner Nachbarn. Hier steht alles unter Wasser und ein mehrwöchiges Drama mit betrügerischen Notdiensten, Polizei, Versicherungsmenschen sowie höllisch-lauten Maschinen, die meine Wand Tag und Nacht trocknen, beginnt. Ein Nervenkrieg zunächst. Danach ein Happy End.

Mittlerweile ist es Mitte Juli und nachdem ich wieder aus Graubünden zurück bin, kann ich meinen alten Kater Mogli endlich zu mir holen. Er bringt mich mit seinem Schnurren zur Ruhe und ich mache es ihm hier so schön wie möglich. Endlich finde ich Zeit, meine Fortbildung wieder anzugehen, die ich im November 2018 begann – also weit vor meiner Kündigung und der neuen Stelle. In sie knie ich mich von jetzt an rein, lerne und schreibe Stück für Stück die erforderlichen Hausaufgaben, um für die Prüfung zugelassen zu werden. Mein Herz blutet, wenn ich an lebedraussen! denke – doch ich muss Prioritäten setzen.

Mein zweiwöchiger Augusturlaub beginnt mit einer langen ToDo-Liste von Dingen, die in den letzten Monaten liegengeblieben sind: Termine beim Friseur, Tierarzt, Zahnarzt vereinbaren, Auto ummelden, Bad-Fenster reparieren lassen, Rechnungen schreiben und bezahlen. Mit dem SR drehe ich eine Wanderdoku auf der Nohener-Nahe-Schleife und natürlich geht es weiter daran, die Hausaufgaben zu schreiben.

Im September bin ich rund 10 Tage im Harz unterwegs und im Oktober ist es endlich geschafft: Ich bin für die Prüfung zugelassen! Doch jetzt beginnt im Büro eine harte Zeit: Ein neues System und eine neue Webseite wurden angekündigt und ich komme ins Team, leite das Projekt zeitweise und arbeite auch operativ daran. Nichts, was mir Freude bereitet und dennoch das beste ist, um wirklich alle Touren im Detail kennen zu lernen. Trotzdem: Daten erfassen, Korrektur lesen, Texte schreiben, Bilder bearbeiten – von Woche zu Woche wird es anstrengender; diese Listen, ich mag sie nicht mehr sehen und ich erhoffe mir ein planmäßiges Ende. Immerhin: mein Prüfungstermin steht. Am 16. Dezember ist es so weit. Der Druck steigt – das ist gut so.

Das Go Live ist verschoben: anstatt November wird es nun Dezember. Die Listen nehmen kein Ende.

16. Dezember 2019 – Prüfungstag. Ausschlafen, Kaffee trinken, laufen gehen, heiß duschen, Tee kochen. Um kurz nach 10 Uhr sitze ich aufgeregt am Rechner vor den Prüfungsfragen und arbeite eine nach der anderen ab. Abgabe nach 52 Minuten. Zur Belohnung und Entspannung gibt es eine schöne kleine Wanderung. Am nächsten Tag im Büro: Morgen gehen wir Live.

Eine Woche später das Prüfungsergebnis: „Mit 94 % haben Sie als Beste bestanden!“ sagt mir die Dame von der Akademie am Telefon. Mir kommen die Tränen. So Vieles fällt in diesem Moment ab. Weihnachten kann kommen – und von mir aus auch ganz schnell das neue Jahr.

Das Leben ist kurz!
Brich die Regeln,
vergib schnell,
küsse langsam,
lache unkontrolliert und bereue nichts,
was dir ein Lächeln geschenkt hat.

Mark Twain

 

2019 war ganz sicher eins der härteren Jahre. Darum musste lebedraussen! warten. Doch jetzt, wo ich meinen IHK-Abschluss als Online-Marketing-Managerin in der Tasche habe, darf es wieder mehr Dinge geben, von denen ich berichte. Von einem Wochenende im Februar in Luxembourg, direkt am Muellerthal Trail und vielleicht von einer Fernwanderung auf den Azoren im März. Und hoffentlich von noch so vielen anderen Orten, Menschen und besonderen Erlebnissen.

Schenke deinem Leben nicht mehr Zeit, sondern deiner Zeit mehr Leben.

Unbekannt

Das Jahr 2019 darf am Mittwoch vorbei sein. Ich traure es nicht nach und dennoch ebnete es in vielen Bereichen das, was 2020 bringen wird.

Alles hat seinen Preis. Und immer einen Grund. Doch wenn es nicht happy ist, dann ist es nicht das Ende.

Kommt gut ins nächste Jahr. Ich vermisse Euch sehr und freue mich auf das was kommt.

Alles Liebe, Eure

Bianca Name Handschrift

 

14 Kommentare
  1. 28. Dezember 2019
    • 28. Dezember 2019
  2. 28. Dezember 2019
    • 30. Dezember 2019
  3. 28. Dezember 2019
    • 30. Dezember 2019
  4. 29. Dezember 2019
    • 30. Dezember 2019
  5. 29. Dezember 2019
  6. 29. Dezember 2019
    • 30. Dezember 2019
  7. 1. Januar 2020
  8. 11. Januar 2020

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert