Im Rahmen einer lebedraussen! Bloggerkampagne, stellen Blogger_innen ihre Blogs und Lieblingssportarten vor. Der erste Beitrag handelt von Nordic Walking: In diesem Interview beschreibt Matthias, was ihm am Sport so fasziniert, wie er dazu kam und wie Interessierte anfangen können.
Wer bist Du, was machst Du, wenn Du nicht beim Nordic Walking bist?
Beitragsinhalt
Ich heiße Matthias M. Meringer und bin 48 Jahre alt. Meine Heimat ist die oberfränkische Stadt Hof. Wenn ich nicht beim Nordic Walking bin? Dann bin ich online. Ok, der Reihe nach:
Ursprünglich war ich Bankkaufmann. Danach tat ich als freier Berater das, was ich am besten kann: Online-PR, Online-Redaktion, Content-Management, WordPress, ein bisschen SEO und – immer und überall – schreiben. Damals entstand unter anderem mein Projekt Pressehof.de.
Das Internet entwickelte sich weiter. Die Bedürfnisse auch. Weiter ging es ab 2010 im Angestelltenverhältnis mit neuen Herausforderungen: Social Media, Affiliate-Marketing, Community-Management usw.
Um auf die Frage zurück zu kommen: Mit diesen Dingen beschäftige ich mich, wenn ich nicht beim Nordic Walking bin. Manchmal auch währenddessen.
Auf http://nordicwalkinghelden.de blogge ich über die schöne Sportart.
Wie bist Du zum Nordic Walking gekommen?
Durch meine Mutter. Nein, kein Scherz.
Am 10. August 2009 beendete ich das Rauchen. Am 22. August zog ich uralte Laufschuhe an und lief los. Warum? Das weiß ich bis heute nicht. Meine Lunge keuchte. Die Knöchel rieben sich blutig. Dennoch spürte ich: Das passt. Im Herbst 2010 absolvierte ich meinen ersten Halbmarathon.
Ich bin wohl vorbelastet. Meine Mutter war 30 Jahre lang eine gute Läuferin. Seit 15 Jahren betreibt sie Nordic Walking. Immer wieder stichelte sie. Ich sollte doch „auch mal Nordic Walking probieren“.
Das tat ich. Irgendwann. Eher heimlich. Schließlich war ich ja Läufer und hatte, glaubte ich, einen Ruf zu verlieren.
Anfang 2013 machten sich Muskelprobleme im Oberschenkel bemerkbar. Der Arzt riet mir zu 4 Wochen Pause. Einrosten wollte ich nicht. Also schnappte ich mir ein Paar Nordic-Walking-Stöcke. Sie bescherten mir schmerzfreien Sport.
Als ich zwei joggende Personen überholte, fiel der Groschen. Ich war kein schlechter Läufer. Allerdings bin ich ein wesentlich besserer Nordic Walker. Gejoggt bin ich nie mehr. Dafür absolvierte ich im Herbst 2014 meinen ersten Nordic-Walking-Marathon.
Was fasziniert Dich am Nordic Walking?
- Nordic Walking kann ich bei nahezu jedem Wetter betreiben. Von -19 bis +33 Grad Celsius war schon alles dabei.
- Nordic Walking braucht den ganzen Körper – nicht nur die Beine. Mein Oberkörper arbeitet mit und wird ebenfalls trainiert.
- Nordic Walking schenkt mir Ausdauer, Kraft und mentale Stärke. Nichts räumt den Kopf so gut auf wie 2 Stunden Nordic Walking.
- Nordic Walking kann ich in der Gruppe, alleine, langsam, schnell und in jedem Alter betreiben.
Toll sind die Erlebnisse mit Tieren. An einem Tag springt eine Gruppe Rehe vor mir über das Feld. Am anderen trainiere ich bei Dunkelheit mit der Stirnlampe auf dem Kopf. Im Unterholz sehe ich plötzlich die reflektierenden Augen eines unsichtbaren Tiers. Oder der Hund des Bauern am Stadtrand. Er wirft sich auf den Rücken, sobald er mich kommen sieht. Das ist unbezahlbar.
Am meisten fasziniert mich das schöne Gefühl danach.
Wie fängt man am besten mit Nordic Walking an / wie erlernt man es?
Gutes Nordic Walking braucht gute Bewegung.
Einfach loslaufen bringt meistens wenig. Ich empfehle den Besuch von Schnupperkursen bei Sportvereinen, Krankenkassen oder erfahrenen Leuten wie mir. Dort lernt man in wenigen Stunden den Einsatz der Nordic-Walking-Stöcke. Auch der richtige Bewegungsablauf wird geschult.
Ist der Einstieg geschafft, heißt es üben. Mein Tipp: zweimal pro Woche 30 bis 60 Minuten bei jedem Wetter zu festen Zeiten. Ausrüstung und Kleidung sind am Anfang nicht so wichtig. Einfach anziehen, was da ist. Die Nordic-Walking-Stöcke werden oft von den Kursanbietern gestellt. Bereits nach 8 bis 10 Wochen werden sich die ersten Erfolge einstellen.
Welches ist Dein Lieblingsbild und welche Geschichte verbirgt sich dahinter?
Das Bild habe ich im Kopf. Ich stehe am Strand und blicke hinaus auf das Meer. Ich spüre die Freiheit dort draußen. Und die Lust, hinter den Horizont zu blicken.
Danke Matthias für das Interview!
Wie ist es bei Euch: Betreibt ihr Nordic Walking selbst sehr gerne oder wolltet ihr es schon immer mal ausprobieren?
Wow Respekt, so ein Nordic Walking Marathon ist ja kein Pappenstiel, da hat sich der Einstieg in Nordic Walking ja doch gelohnt und die Mutter sich sicher gefreut ?