Wenn man mich noch vor meiner 3-monatigen Brasilienreise gefragt hat, was ich im Leben unbedingt mal machen möchte, so war ganz oben der Wunsch, einmal über einen Strand zu galoppieren. So viele Jahre, in denen ich schon reite und reise, doch so wirklich verwirklicht, hatte ich mir diesen Traum nie. Vielleicht, weil immer noch ein Begleiter dabei war, der nicht ritt? Ich kann es nicht sagen. Als ich spontan die Entscheidung fällte, nach Pipa bei Natal zu fahren, informierte ich mich, wie immer, über die dortigen Outdoor-Möglichkeiten. Und plötzlich war der Traum zum Greifen nah…

Ein Traum wird wahr: Mit dem Pferd am einsamen Strand
Beitragsinhalt
Glücklicherweise des Portugiesisch mächtig, surfte ich eines Tages auf eine Website, die mehrstündige Ausritte anbot. Und das für einen wirklich guten Preis. Ich schrieb hin und buchte den längsten Ausritt von rund vier Stunden: Über Felder, Wälder, durch Dörfer, Flüsse und im Galopp über den Strand… Ich war so aufgeregt!!!
Die Abholung habe ich gleich mit organisiert und alles klappte wie am Schnürchen. Überhaupt hatte ich mit allen Ausflügen in Brasilien sehr wenig Probleme. Die meisten Anbieter waren wirklich sehr freundlich und haben alles menschenmögliche versucht, es recht zu machen. So wurde ich sehr pünktlich von meinem Hostel abgeholt und auf die Ranch gebracht.
Ein wenig bedauerlich fand ich, dass das Pferd schon fertig gesattelt war – eigentlich bevorzuge ich, mich mit dem Tier erstmal „bekannt“ zu machen als einfach aufzusitzen und los zu reiten. Ich weiß aber auch, dass sie es gut meinten damit. Der Kunde soll keine „Arbeit“ damit haben. Somit kniff ich beide Augen zu und saß auf. Die Sonne war heiß an diesem Tag, einen Helm gab es (natürlich) nicht – so war ich mit meinem Hut zwar vor dem Sonnenstich geschützt, doch fallen, durfte ich nicht. Sattelfest sollte man auf jeden Fall sein! War ich nach ein paar Jahren Reiterfahrung auch 🙂
Dummerweise habe ich einen groben Fehler gemacht: Ich hatte mich dazu entschieden, eine 3/4 Hose anzuziehen. Diejenigen von Euch, die das schonmal gemacht haben und dann länger im Sattel saßen, kennen das: Es kneift und zwickt überall – und mir hat es durch die Westernsteigbügel beide Beine aufgeschürft (hatte wochenlang noch „Spaß“ damit ;)).
Das Brasilianische Gangpferd Mangarlarga Marchador
Übrigens sehr spannend war an diesem Ausritt, dass es sich hierbei um eine brasilianische Pferderasse handelt, das sogenannte Mangalarga Marchador. Diese Pferderasse hat eine besondere Gangart, die Marcha Picada (es gibt auch Marcha Batida). Die Marcha ähnelt ein wenig dem Tölt (wie z.B. bei Islandpferden) und ist ein Traum zum Sitzen! Völlig ruhig und trotzdem schnell, zieht man mit dem Pferd dahin, wirklich traumhaft. Ein Gangpferd nach meinem Geschmack.
Traumhafte Landschaften
So ritten mein Guide und ich, mit einer Pause zwischendurch, über einsame Strände, durch Flüsse und über riesige Felder…
Fazit
Für Anfänger war dieser Ausflug zwar nichts, doch jeder, der das Besondere beim Reiten sucht, ist mit diesem Ausflug echt gut beraten. Meinen aufgeschürften Beinen geht es derweil auch wieder besser – dank Cremes und lange, lange warten 😉
In Pipa lässt sich natürlich noch sehr viel mehr machen, nicht nur auf Mangalargas reiten. Wenn Ihr in der Gegend seid, fahrt hin und nutzt die Möglichkeiten dort! Das echte Brasilien findet Ihr dort zwar nicht, aber Aktion gibt´s in dem Surfparadies mehr als genug 🙂
Pipa findet Ihr hier:






Hi Bianca,
nach Deinem Kommentar auf meinem Blog musste ich gleich mal schauen, wo es Dich auf dem Pferderücken schon so hinverschlagen hat.
Und WOW… die Bilder sind wirklich toll. Es kribbelt, es kribbelt 😉 Dass mit den mitreisenden Nichtreitern kenn ich und es ist wirklich oft schwer sich dann mal für ein paar Stündchen loszueisen, um mal herzhaft über die Landschaft zu galoppieren.
Falls Brasilien mal auf unserer Reiseliste steht, werde ich mich definitiv nochmal an Dich wenden 😉
Liebe Grüße
Julia
Hallo Julia,
lieben Dank für Deine Zeilen! 🙂 Da ich in Brasilien alleine unterwegs war, musste ich mich zum Glück an niemanden richten und Kompromisse eingehen. Einfach drauf und los war die Devise 🙂
Und falls Du für Brasilien Tipps brauchst, lass es mich gerne wissen!
Liebe Grüße,
Bianca