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Malerweg: die 2. Etappe und der große Hunger

Sonne und Vogelgezwitscher. Mehr braucht es für mich nicht für einen guten Morgen. Wobei: ein Kaffee und Frühstück sind auch nicht zu verachten, erst recht nicht, wenn man eine unfreiwillige Fastentour vor sich hat. Doch das weiß ich in dem Moment noch nicht, in dem ich in das Brötchen beiße und mir noch eins auf den Weg mitnehme. Die zweite Etappe des Malerwegs beginnt: von Rathewalde bis Altendorf.

Kribbeln vor Angst und Faszination

Zunächst muss ich über ein Stück Landstraße, um wieder auf den Malerweg zu gelangen. Die Aussicht ist grandios und da jetzt um 9 vermutlich schon alle im Büro sind, die dort sein sollten, ist kaum Verkehr.

Schnell ist die Route auch gefunden und weist mir einen Wiesenpfad am Hockstein. Ahnungslos erwarte ich wenig. Die viele Jahre alte Steinbrücke leuchtet in der aufgehenden Sonne und lädt ein, darauf ein wenig zu verweilen, um die Aussicht zu genießen. Ein Blick runter – ich schlucke. Dieses Kribbeln kommt hoch, vor allem dann, wenn ich in richtig tiefe Löcher blicke – so wie diesem. Es ist eine Mischung aus Angst und Faszination, die mich über den Hockstein führt und dann in genau das Loch führt, das mir vorhin noch Schwindel verursachte.

Kinderaugen als Erwachsene

Die Wolfsschlucht zeichnet einen ovalen Eingang und erst wenn man nah an diesem steht, erblickt man die steil abfallenden Metallstufen. Wieder steigt das Kribbeln in mir hoch und ja: passieren sollte mir hier besser nichts. Doch verfliegt die Angst rasch und zurück bleibt nichts als große, staunende Augen neben den steilen Felswänden in dieser Spalte. Es ist phänomenal.

Wasserfall im Urwald der Sächsischen Schweiz

Ich bin bereits in der Region rund um Hohnstein, dessen Burg ich bereits vom Hockstein erblickt habe. Von jetzt an und nur wenige Schritte weiter, führt der Malerweg durch das Polenztal, das bereits 1940 schon unter Naturschutz stand.

Die kleine Brücke ist der direkte Zugang in dieses Tal, oder zumindest die in die Schlucht. Einige Bäume liegen kreuz und quer, die Stürme der letzten Wochen sind hier noch sichtbar. Eine Wasserader begleitet mich und führt zu einem Wasserfall, der unter einer alten Brücke heruntertost. Ab hier ist der Aufstieg beschwerlich, denn ein Weg ist kaum erkennbar und die großen Steine sind hervorragende Trainingsgeräte für kräftige Oberschenkel. Aber es hilft nichts: es geht nur nach vorne.

Graupel, Straße und dann dieser Hunger

Das Wetter schlägt um und die Sonne verschwindet. Ich lege mir mein Halstuch enger und ziehe die Mütze weiter in die Stirn. Dann passiert´s: Graupel. Iiiiihgittt. Zu allem Pech führt der Malerweg nun leider ein ganzes Stück asphaltierte Straße entlang und lässt mich innerlich etwas fluchen. Aber nicht lang: schließlich kann nicht jeder Tag ein Traumtag sein – die Kunst liegt darin, daraus das beste zu machen. Doch ist da noch was: mich quält der Hunger.

Es ist eben doch noch Winter

Die Schilder verheißen Gutes und ich lese was von einem Wirtshaus in Brand. Keine Frage ist die Aussicht dort gigantisch, doch ein geschlossenes Restaurant macht mich nicht satt. Die Öffnungszeiten liegen in den Wintermonaten nur zwischen Mittwoch und Sonntag. Blöd, wer da am Montag kommt.

Umringt von majestätischen Felsen

Statt eines opulenten Mals gibts dafür wieder Stufen – und das nicht wenige. Die Kulisse um mich wirkt erhabend, so majestätisch sind die Felsen, die mich hier umringen. Daraus folgt ein kurzes Stück Straße, um dann den herunter gegangenen Weg, eins zu eins wieder hoch zu gehen. Wer hier nicht fit ist, dem gnade Gott! Ich komme jedenfalls mächtig ins Schnaufen.

Wieder eine geschlossene Wirtschaft

Meine nächste Hoffnung, noch etwas Essbares zu finden, wird in Waitzdorf zerschlagen. Dafür pausiere ich hier kurz auf einer Bank und bin froh, dass sich die Sonne wieder blicken lässt. Bis nach Altdorf ist es noch ein Stück, weshalb es nach 10 Minuten direkt weiter geht.

So viel atemberaubende Natur

Ein Urwald ist nichts gegen den Weg, der mich nun vorbei an hohen Felswänden und entlang eines Baches führt. Auch hier liegen Bäume kreuz und quer, so manches mal stehe ich fragend davor und finde dann doch einen Weg drüber, drunter oder seitlich vorbei – manchmal auch mitten durch.

Das Gebäude mit Geschichte

Dann komme ich das Dorf und staune: Als würde dieses Gebäude hier nicht her gehören, erhebt sich zwischen den kleinen, einfachen Häusern, eine uralte, stillgelegte Kohlmühle. Riesig steht sie da und erzählt nur durch ihre Anwesenheit die Geschichte dieser Menschen hier. Ich nehme mir vor, dies nachzurecherchieren.

Am Ende wird alles gut

Die letzten Kilometer von insgesamt 19, leider immer noch erfolglos bei der Jagd nach etwas Essbarem, komme ich nach Altdorf. Die Ferienwohnung ist zwar günstig und eine geöffnete Wirtschaft gibts auch, nur brauche ich ja auch noch was für ein Frühstück und vor allem: die morgige Tour. Doch wenn du denkst, es geht nicht mehr… Mein Vermieter muss auch noch einkaufen und bietet mir kurzerhand an, mich einfach mitzunehmen. Der Abend und der nächste Tag sind gerettet. Hurra!

Hier der Track zur Etappe: https://www.komoot.de/tour/58986705?ref=itd

Alle Erfahrungsberichte und Etappen zum Malerweg

1. Etappe des Malerwegs: holprig mit Traumwetter

5 Kommentare
  1. 21. März 2019
  2. 1. April 2019
    • 27. Mai 2019
  3. 25. April 2019
  4. 5. Juni 2019

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