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Madeira-Trekking #6: von Seixal nach Porto Moniz

Ein sehr entspannter Tag kündigt sich an. Kein Vergleich zu den letzten Etappen mit den vielen steilen Höhenmetern, etlichen Stufen und zeitgleich schmalen, ausgesetzten Pfaden. Ich freue mich regelrecht darauf, an der kleinen Dorfstraße gemütlich den Weg runter nach Seixal zu nehmen, den Blick immer auf das endlose Blau des Meeres gerichtet.

Dass diese Etappe genussvoller als erwartet wird, ahne ich jetzt noch nicht so richtig. Allerdings bleibt bislang offen, wie ich von Seixal nach Porto Moniz komme – beziehungsweise ob ich das zu Fuß umsetzen kann. Ein mehrere Kilometer langer Tunnel führt als einzige Möglichkeit in das nächste Dorf, Ribeiro Frio, das dazu direkt neben meinem Ankunftsort Porto Moniz liegt. Und die Tunnel auf Madeira sind nicht nur gefährlich, sondern wirklich grässlich. Doch lasse ich mich jetzt noch nicht verrückt machen – kommt Zeit, kommt Entscheidung.

Die mäandernde Straße führt stetig bergab und öffnet den Blick an jeder zweiten Kurve auf das Meer und die faszinierende Steilküste, die es überall auf Madeira gibt. Zu diesem tiefen Blau kommt hier im Norden noch das satte Grün – es ist schwer, nicht stehen zu bleiben und diesen Anblick mit jeder Körperfaser einzuatmen. Und so genieße ich jeden Meter dieses Abstiegs.

Heute ist Wochenende und dazu noch Vormittag. Autos begegnen mir kaum auf der Straße und das ist wahrlich gut. Die Einwohner haben einen zügigen Fahrstil drauf und rechnen kaum damit, dass jemand mit Gepäck hier drauf läuft. Auch wenn Madeira ein echtes Wanderparadies ist: dies gilt nicht für Wanderwege, die auf oder neben Straßen liegen. Das macht es hier umso schwerer, sich nur zu Fuß zu fortzubewegen – aber es finden sich Möglichkeiten. So auch heute.

Nach rund zwei Wanderstunden ist es halb zwölf, als ich in Seixal ankomme. Und ich kriege langsam Hunger – dass ich nichts frühstückte macht sich jetzt bemerkbar. Doch das Glück ist auf meiner Seite: Am Rande des Dorfes fällt mir dieses rote Café auf, das tatsächlich geöffnet hat. Da mich keine Zeit zu irgendwas drängt und mein Magen nach Nahrung ruft, entscheide ich, es zu besuchen. Doch wie es eben oft um die Uhrzeit so ist: Frühstück gibt es keins mehr und die Küche macht erst um 12 Uhr auf. Als ich jedoch diese wunderbare Terrasse mit Blick auf das Meer entdecke, fiel die Entscheidung leicht, die Zeit mit einem Kaffee abzuwarten und mir dabei zu überlegen, wie ich am besten nach Porto Moniz komme.

Der Kaffee ist köstlich und wird von allen Seiten mit Meer-Berg-Blick untermalt. Meine Recherche zur Route nach Porto Moniz mündet darin, dass ich entscheide, mit einem Bus oder Auto weiter zu fahren – zu unsicher ist mir der Weg durch den Tunnel und auch die alte Küstenstraße ist gesperrt. Ob das auch für Fußgänger gilt, finde ich leider nicht heraus. Aber mir ist das Risiko zu groß, irgendwann nicht weiter zu können und weder auf Bus oder Taxi Zugriff zu haben. Ich treffe leicht zähneknirschend diese Entscheidung, denn so richtig „ankommen“ ist es für mich eigentlich nur, wenn dies auch wandernd geschieht. Aber was soll´s: Sicherheit geht nun mal vor. Ich erkundige mich bei der Kellnerin nach der Busverbindung und werde unterrichtet, dass der letzte Bus an diesem Tag in fünf Minuten abfährt. „Oh nö, das ist mir zu viel Stress, jetzt.“ kommt mir in den Sinn. So bleibe ich lieber noch etwas und organisiere mir besser für später ein Taxi.

So vergeht die Zeit bis zur Öffnung der warmen Küche wie im Flug – was dann auch wirklich nötig wird, wie das Magenknurren mir versichert. Dorade soll es werden, die man hier auf Madeira unbedingt gegessen haben sollte. In Variation auch mit gekochten Bananen, übrigens – ein echter Genuss, sage ich euch.

Währenddessen telefoniere ich mit meinem Hotel in Porto Moniz, das ich gestern Abend sehr spontan und recht günstig buchte. Die nette Rezeptionistin organisiert mir ein Taxi für halb zwei an meinem Café und ich relaxe immer mehr. Die ganzen (wunderbaren) Anstrengungen der letzten Tage fallen von mir ab bei dem Gedanken, es mir heute noch so richtig gut gehen zu lassen. So ist die Träne, wegen des letzten Wanderstücks, schnell getrocknet und ich genieße meinen Fisch bis nichts mehr an seinen Gräten übrig ist.

Das Taxi ist sehr pünktlich und am Ende mit 15 EUR günstiger als ich dachte. Sodenn: es ist geschafft – ich bin in Porto Moniz!

 

Und auch das Hotel ist einfach atemberaubend. Ich kriege hierfür überhaupt keine Kohle oder sonstige Vergütungen, von daher kommt diese Empfehlung aus echter Überzeugung: Solltest du mal nach einer außergewöhnlich schönen Unterkunft auf Madeira suchen und in das ruhigere Porto Moniz kommen wollen, dann geh ins Aqua Natura Bay. Nicht nur, dass der Service wirklich richtig klasse ist (wo hat man schon mal Schampus auf dem Zimmer), der Infinity Pool ist der Hammer und das Hotel liegt direkt an den Piscinas Natureis, den natürlichen Schwimmbecken aus Lavagestein. Hier ein paar Eindrücke:

Der Abendspaziergang an der Promenade bei diesem traumhaften Sonnenuntergang ist das letzte Highlight meiner Trekking-Tour über die Insel von Madeira. Morgen werde ich meinen Partner am Flughafen abholen und mit ihm die nächsten zwei Wochen weitere Touren an der Ostküste und im Süden auf Madeira erkunden. Wie ich mich schon freue!

2 Kommentare
  1. 25. August 2022

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